Redaktion Wintergarten Krefeld · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026
Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten – das entscheidet die Frage, ob Sie den Raum im Hochwinter täglich nutzen wollen. Für März bis Oktober und milde Wintertage reicht in Krefeld oft der unbeheizte Glasanbau ab 890 €/m². Wer ein zusätzliches Zimmer möchte, braucht den beheizten Wohnwintergarten mit Komplettpreisen ab 2500 €/m² und muss nach Lesart des Bauportals NRW regelmäßig mit einem Bauantrag rechnen.
Unsicher, welcher Typ passt?
Wir schauen uns Haus, Garten und Ihre Nutzung an und sagen ehrlich, ob sich Heizen lohnt.
Die meisten Anfragen, die uns aus Krefeld erreichen, beginnen mit einem Bild: der Frühstückstisch im Grünen bei Aprilsonne oder das Lesesofa hinter Glas im Dezember. Beide Bilder sind realistisch, verlangen aber unterschiedliche Bauarten. Den unbeheizten Typ zeigen wir auf der Seite Kaltwintergarten Krefeld, den bewohnbaren unter Wohnwintergarten in Krefeld.
Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten: der Kern ist die Wärme
Ein Kaltwintergarten ist eine Glashülle, die vom beheizten Haus getrennt bleibt – meist durch die bisherige Außenwand mit Terrassentür. Er wärmt sich durch Sonne auf und kühlt nachts wieder ab. Ein Wohnwintergarten ist dagegen Teil der beheizten Wohnung: Die Trennung zum Haus fällt oft weg, und die Hülle muss Wärme zuverlässig halten.
- Kaltwintergarten: Saisonraum, Pflanzenquartier, geschützter Sitzplatz – ohne eigene Heizung.
- Wohnwintergarten: Ess-, Lese- oder Arbeitszimmer, das sich wie jeder andere Raum temperieren lässt.
- Zwischenform: unbeheizter Anbau mit Zusatzwärme für einzelne Abende – praktisch, aber kein Wohnraum.
Was das Niederrhein-Klima in Krefeld an der Entscheidung verschiebt
In kälteren Regionen fällt die Wahl schnell auf den beheizten Typ. Am Niederrhein lohnt ein zweiter Blick, denn das Niederrheinische Tiefland gehört laut Klimaatlas NRW zu den wärmsten Landschaften des Landes:
- 10,9 °C mittlere Jahrestemperatur (1991–2020), NRW-Schnitt 10,0 °C
- 46 Frosttage im Jahr – der unbeheizte Glasraum bleibt viele Monate nutzbar
- 42 Sommertage und 10 heiße Tage – beide Typen brauchen Schatten und Lüftung
Quelle: Klimaatlas NRW, Factsheet Niederrheinisches Tiefland (Regionswerte, keine Krefelder Messstation). Für die Planung heißt das: Der Kaltwintergarten trägt hier weiter durchs Jahr als in kühleren Landesteilen. Die Sommerhitze trifft dagegen beide Bauarten gleich stark.
Glas, Fundament und Haustechnik: wo sich Kalt und Wohn trennen
| Bauteil | Kaltwintergarten | Wohnwintergarten |
|---|---|---|
| Verglasung Wand | Standardglas in der Basis-Ausführung, 8 mm Sicherheitsglas in Premium | Wärmeschutzglas, zweifach (~1,0–1,3 W/(m²K)) oder dreifach (~0,5–0,7 W/(m²K)) |
| Dach | bei beiden Verbundsicherheitsglas nach DIN 18008-2 | |
| Gründung | Streifen- oder Punktfundament | meist Bodenplatte, besonders mit Fußbodenheizung |
| Heizung | keine, allenfalls Zusatzwärme | Grundwärme fest eingeplant |
| Front | oft Schiebeelemente zum Öffnen | dichte Türen und Fenster wie im Wohnhaus |
Ug-Werte nach energie-experten.org; Fundamentarten nach unserer Technik-Basis, Frosttiefe regional rund 80–100 cm. Welche Heizsysteme in Frage kommen, zeigt der Ratgeber Wintergarten Heizung.
Für Krefeld kommt ein statischer Vorteil hinzu: Die Stadt liegt in Schneelastzone 1, der niedrigsten Stufe bundesweit. Große Dachscheiben und schlanke Sparren sind dadurch bei beiden Typen gut machbar. Die Windzone 2 verlangt dagegen solide Verankerung und dichte Anschlüsse, gerade bei großen Schiebefronten.
Richtpreise: Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten nebeneinander
Wichtig für den fairen Vergleich: Im Wohnwintergarten-Satz stecken bereits Gründung, Wärmequelle, Lüftung, Sonnenschutz und das Genehmigungsverfahren. Beim Kaltwintergarten sind Fundament und Montage enthalten, Heizung und Genehmigungsplanung entfallen meist.
| Fläche | Kalt, Basis | Kalt, Premium | Wohn, komplett |
|---|---|---|---|
| 12 m² | 10.680 € – 14.400 € | 14.400 € – 18.000 € | 30.000 € – 48.000 € |
| 15 m² | 13.350 € – 18.000 € | 18.000 € – 22.500 € | 37.500 € – 60.000 € |
| 20 m² | 17.800 € – 24.000 € | 24.000 € – 30.000 € | 50.000 € – 80.000 € |
Berechnet aus 890–1200 €/m² (Kalt Basis), 1200–1500 €/m² (Kalt Premium) und 2500–4000 €/m² (Wohn komplett); Basis: aroundhome.de, Stand 2026-07-24. Beispielrechnungen und Preistreiber stehen im Ratgeber Wintergarten Kosten.
Beide Varianten für Ihr Haus durchrechnen?
Im Konfigurator wechseln Sie mit einem Klick zwischen kalt und beheizt und sehen die Spanne sofort.
Genehmigung in NRW: was das Gesetz sagt und wie das Bauportal es liest
Beim Baurecht lohnt sauberes Lesen. Der Gesetzestext von § 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. g BauO NRW, Fassung ab 01.09.2026 (recht.nrw.de) macht die Verfahrensfreiheit an drei Punkten fest und erwähnt eine Heizung dabei gar nicht:
- bis 30 m² Brutto-Grundfläche
- Anbau an ein Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3
- mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze
Erst das Bauportal NRW bringt die Wärme ins Spiel: Es ordnet die Freistellung dem unbeheizten Glasanbau zu, nimmt den Außenbereich aus und sieht für beheizte Wintergärten regelmäßig eine Genehmigung vor. Da sich Bauämter an dieser Auslegung orientieren, planen wir für den Wohnwintergarten mit Bauantrag bei der Bauaufsicht der Stadt Krefeld.
Wichtig: Verfahrensfrei bedeutet nicht regelfrei. Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW und ein bestehender Bebauungsplan gelten auch für den Kaltwintergarten. Alle Details erklärt der Ratgeber Wintergarten Baugenehmigung NRW – alle Details.
Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten bei der Wohnfläche
Auch beim Flächenansatz unterscheiden sich die Typen. Nach § 4 WoFlV zählt ein unbeheizbarer Wintergarten zur Hälfte, ein beheizter Raum mit mindestens 2 m lichter Höhe voll (gesetze-im-internet.de).
Beispiel für 15 m² Grundfläche:
- Kaltwintergarten: 15 m² × 50 % = 7,5 m² Wohnfläche
- Wohnwintergarten: 15 m² × 100 % = 15 m² Wohnfläche
Spürbar wird der Unterschied etwa dann, wenn ein Miet- oder Kaufvertrag die Wohnfläche beziffert. Ob und wie sich das an anderer Stelle auswirkt, klären Sie bitte im Einzelfall mit Fachleuten.
Welcher Typ zu welchem Haus in Krefeld passt
Aus den Gesprächen vor Ort ergibt sich bei uns meist ein klares Muster, auch wenn jedes Haus anders ist:
- Einfamilien- und Doppelhaus in Fischeln, Hüls oder Forstwald mit großer Terrasse: oft Kaltwintergarten als verlängerte Gartensaison, gern mit Schiebefront.
- Villa in Bockum oder Cracau, Haus in Traar: häufiger Wohnwintergarten als Erweiterung von Wohn- oder Esszimmer.
- Reihenhaus in Oppum mit schmalem Grundstück: hier entscheidet oft der 3-m-Grenzabstand mit, weil ohne ihn ohnehin ein Bauantrag nötig wird.
Fünf Fragen, mit denen Sie die Entscheidung selbst treffen
- Wollen Sie den Raum zwischen Dezember und Februar regelmäßig nutzen?
- Soll die Wand zum Haus offen bleiben oder sogar entfernt werden?
- Überwintern dort Pflanzen, die frostfrei, aber kühl stehen sollen?
- Liegt Ihr Budget eher im Bereich von 10.000 bis 20.000 € oder deutlich darüber?
- Ist der 3-m-Abstand zum Nachbarn eingehalten, oder brauchen Sie ohnehin einen Bauantrag?
Wer die erste und zweite Frage mit Ja beantwortet, landet fast immer beim Wohnwintergarten. Bei Pflanzen, Saisonnutzung und kleinerem Budget ist der Kaltwintergarten die naheliegende Wahl.
Unabhängig vom Typ planen wir außen liegenden Sonnenschutz mit ein: Laut Umweltbundesamt hält er 80–90 % der Einstrahlung ab, innen liegende Rollos nur 5–45 % (Quelle). Bei 42 Sommertagen im Mittel ist das am Niederrhein für Kalt und Wohn gleichermaßen sinnvoll.
Häufige Fragen: Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten in Krefeld
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Kaltwintergarten und Wohnwintergarten?
Entscheidend ist, ob der Raum dauerhaft beheizt wird. Ein Kaltwintergarten bleibt ohne Heizung und ist eine thermisch vom Haus getrennte Glashülle, die vor allem von Frühjahr bis Herbst genutzt wird. Der Wohnwintergarten wird wie ein Zimmer beheizt, braucht dafür Wärmeschutzglas, gedämmte Profile und eine passende Gründung und ist ganzjährig bewohnbar.
Reicht in Krefeld nicht auch ein Kaltwintergarten mit Heizstrahler?
Für gelegentliche kühle Abende oft ja. Das Niederrheinische Tiefland zählt im Mittel nur 46 Frosttage, der unbeheizte Glasanbau ist hier also lange nutzbar. Ein Heizstrahler ersetzt aber keine Dämmung: Wer im Januar täglich im Glasraum arbeiten möchte, heizt durch eine ungedämmte Hülle nach draußen und sollte gleich einen Wohnwintergarten planen.
Wie viel teurer ist ein Wohnwintergarten als ein Kaltwintergarten?
Je Quadratmeter liegt der Wohnwintergarten nach unserer Preisbasis bei 2500–4000 €, der Kaltwintergarten in Basis-Ausführung bei 890–1200 €. Der Wohnwintergarten-Satz ist allerdings ein Komplettpreis mit Fundament, Heizung, Lüftung, Beschattung und Genehmigung. Für 15 m² ergeben sich so etwa 13.350 € gegenüber 37.500 € als Untergrenze.
Kann ich einen Kaltwintergarten später zum Wohnwintergarten umbauen?
Das ist meist aufwendiger als gedacht. Für einen beheizten Raum werden in der Regel andere Profile, Wärmeschutzglas und oft eine andere Bodenkonstruktion benötigt, dazu kommt nach Lesart des Bauportals NRW regelmäßig ein Bauantrag. Wer schon heute ahnt, dass der Raum später bewohnt werden soll, fährt mit einer Planung als Wohnwintergarten von Beginn an meist günstiger.
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