Was ist ein Wintergarten? | Merkmale, Nutzungstypen, Bauformen und Abgrenzung zu Terrassendach und Gewächshaus

Ein Begriff, viele Bauweisen: wie sich der Glasraum am Haus definiert, welche Varianten es gibt und was das für Planung, Preis und Recht bedeutet.

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Redaktion Wintergarten Krefeld · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026

Als Wintergarten bezeichnet man einen Glasraum, der sich vollständig schließen lässt: Seitenflächen und in der Regel auch das Dach sind verglast, das Tragwerk bilden schlanke Rahmen aus Aluminium, Holz oder Kunststoff. Er dient Menschen als Aufenthaltsort und schließt in der Regel ans Wohnhaus an. Unbeheizt ist er ein Raum für die milden Monate, beheizt und gedämmt ein vollwertiges Zimmer mit Glasdach.

Welche Wintergarten-Art passt zu Ihrem Haus?

Wir schauen uns Haus und Garten an und sagen ehrlich, welcher Typ sinnvoll ist.

Was ist ein Wintergarten? Die Definition in drei Merkmalen

Im Alltag wird fast jeder Glasanbau „Wintergarten“ genannt. Wir machen den Begriff an drei Eigenschaften fest, die alle zusammenkommen müssen. Fehlt eine davon, sprechen wir von etwas anderem – etwa einem Terrassendach oder einem Gewächshaus.

  1. Allseitig geschlossen: Seitenwände und Dach bilden eine Hülle, die Wind und Regen draußen hält. Schiebe- oder Falttüren dürfen geöffnet werden, aber der Raum lässt sich ganz schließen.
  2. Überwiegend verglast: Glas macht den größten Teil der Hülle aus, das Tragwerk besteht aus schlanken Rahmenprofilen.
  3. Für Menschen gebaut: Der Raum ist zum Sitzen, Essen, Arbeiten oder Wohnen gedacht – nicht zur Pflanzenzucht.

Wir bauen in Krefeld und am Niederrhein alle gängigen Varianten; einen Überblick über unser Angebot finden Sie unter Wintergartenbau in Krefeld. Für die Einordnung zählt dabei weniger, wie der Glasraum aussieht, als die Frage, wie lange im Jahr er genutzt werden soll.

Was ist ein Wintergarten – verglaster Anbau an einem Wohnhaus in Krefeld
Der häufigste Fall: ein verglaster Raum, der direkt an die Hauswand anschließt und über eine Tür mit dem Wohnbereich verbunden ist.

Wintergarten-Typen nach Nutzung: vom Sommergarten zum Wohnraum

Die wichtigste Unterscheidung betrifft nicht Form oder Größe, sondern die Wärme im Raum. Sie bestimmt Glas, Profile, Heizung, Genehmigung und Preis.

Unbeheizter Glasanbau (Kaltwintergarten, Sommergarten)

Hier wird nicht geheizt; die Temperatur folgt dem Wetter, gemildert durch die Glashülle. Einfachglas und ungedämmte Profile genügen. Der Raum verlängert die Gartensaison ins Frühjahr und in den Herbst und dient im Winter als geschütztes Quartier für Kübelpflanzen. Am milden Niederrhein mit im Mittel nur 46 Frosttagen ist das eine besonders gefragte Variante – mehr dazu unter Kaltwintergarten.

Temperierter Wintergarten

Eine Zwischenstufe: Eine kleine Wärmequelle hält den Raum frostfrei und an kühlen Tagen angenehm, ohne dass er als Wohnzimmer ausgelegt ist. Das verlängert die Nutzungszeit, verlangt aber schon bessere Verglasung, damit die Wärme nicht sofort verloren geht.

Beheizter Wohnwintergarten

Der bewohnbare Glasraum bekommt Wärmeschutzglas und thermisch getrennte Profile, dazu Heizung, Beschattung und Lüftung. Er ist das ganze Jahr ein Zimmer des Hauses, oft als Essplatz oder Arbeitsraum. Wie wir ihn planen und montieren, zeigt die Seite Wohnwintergarten.

TypNutzungRichtwert pro m² (Stand 2026-07-24)
Unbeheizt, BasisFrühjahr bis Herbst890–1.200 €
Unbeheizt, Premium mit SchiebeelementenFrühjahr bis Herbst, komfortabler1.200 €–1.500 €
Beheizt, KomplettpreisGanzjährig als Wohnraum2.500 €–4.000 €

Der Komplettpreis des beheizten Typs schließt Fundament, Heizung, Lüftung, Beschattung und Baugenehmigung ein. Beispielrechnungen nach Größe enthält unser Ratgeber Wintergarten Kosten – alle Details.

Wintergarten-Bauformen in Krefeld: am Haus, auf dem Balkon, im Garten

Neben der Wärmefrage unterscheiden sich Wintergärten darin, wo und wie sie stehen. Im Krefelder Baubestand – von der Gründerzeitvilla in Cracau bis zum Doppelhaus in Hüls – begegnen uns vor allem diese fünf Formen:

  • Anbau an das Bestandshaus: der Glasraum wird ans Haus angeschlossen, oft mit neuem Wanddurchbruch. Statik, Anschluss und Fundament erläutert Wintergarten-Anbau Krefeld.
  • Anlehnwintergarten mit Pultdach: die klassische Form, bei der das Dach von der Hauswand schräg nach außen fällt – Details unter Anlehnwintergarten.
  • Freistehender Glasbau: ein eigenständiges Gartenhaus aus Glas, unabhängig vom Wohnhaus. Selten, aber auf großen Grundstücken reizvoll – siehe Freistehender Wintergarten in Krefeld.
  • Verglaster Balkon oder Loggia: für Wohnungen und Häuser ohne Gartenfläche, etwa in der dichten Bebauung innerhalb der Vier Wälle. Mehr unter Balkon-Wintergarten Krefeld.
  • Geschlossene Terrasse: eine vorhandene Überdachung wird mit Glaselementen zum Raum ergänzt. Den Ablauf beschreibt Terrasse zum Wintergarten Krefeld.

Woraus ein Wintergarten besteht: Profile, Glas und Statik

Das Tragwerk entscheidet über Optik, Pflegeaufwand und Spannweite. Aluminium ist bei uns das häufigste Profilmaterial: schlank, wartungsarm und in jeder RAL-Farbe beschichtbar; für beheizte Räume mit thermischer Trennung. Mehr dazu unter Wintergarten aus Aluminium in Krefeld.

Holz wirkt warm und dämmt von Natur aus gut, braucht aber regelmäßige Pflege; als Holz-Alu- Kombination schützt außen eine Metallschale. Die Varianten vergleicht Wintergarten aus Holz Krefeld. Kunststoffprofile bleiben eher kleinen, unbeheizten Räumen vorbehalten, weil sie bei großen Spannweiten an Grenzen stoßen.

Glas im Dach: Für geneigte Überkopfverglasung schreibt DIN 18008-2 Verbundsicherheitsglas vor; ESG allein reicht dort nicht (Quelle). In den Wänden unterscheiden sich die Glasarten stark: Einfachglas liegt bei einem Ug-Wert von ~5,8–6,0 W/(m²K), Dreifachglas bei ~0,5–0,7 W/(m²K).

Für die Statik ist der Standort günstig: Krefeld liegt in der niedrigsten Schneelastzone 1, aber in Windzone 2 (NRW-Zuordnung). Große Glasdächer sind deshalb gut machbar, Verankerung und Seitenwände legen wir aber auf den Wind aus. Darunter braucht jeder Wintergarten eine tragfähige Gründung – üblich sind Streifen- oder Punktfundamente oder eine Bodenplatte.

Was ist ein Wintergarten nicht? Abgrenzung zu verwandten Bauten

Mehrere Begriffe werden mit dem Wintergarten verwechselt. Die Tabelle ordnet sie nach den drei Merkmalen aus der Definition ein.

BegriffGeschlossen?ZweckVerhältnis zum Wintergarten
TerrassenüberdachungNein, seitlich offenRegenschutz von obenKann durch Glaswände zum Wintergarten werden
GewächshausJaPflanzenanzuchtVerwandt, aber nicht zum Aufenthalt gebaut
OrangerieJa, meist gemauert mit großen FensternÜberwinterung, RepräsentationHistorischer Vorläufer
GlashausJe nach BedeutungUnscharfer AlltagsbegriffMal Gewächshaus, mal schlichter Glasanbau
VerandaOft nur teilweiseÜberdachter VorbauErst mit voller Verglasung ein Wintergarten

Was ist ein Wintergarten rechtlich? Lage in Krefeld und Wohnfläche

Die Landesbauordnung nennt Wintergärten ausdrücklich. Im Gesetzeswortlaut von § 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. g BauO NRW, Fassung ab 01.09.2026 sind Wintergärten bis 30 m² Brutto-Grundfläche bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 mit mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze verfahrensfrei; von Heizung ist dort keine Rede (recht.nrw.de).

Davon getrennt ist die Auslegung des Bauportals NRW: Es bezieht die Freistellung auf den unbeheizten Glasanbau, nimmt den Außenbereich aus und sieht für beheizte Wintergärten regelmäßig eine Genehmigung vor (bauportal.nrw). Wie wir das mit der Bauaufsicht der Stadt Krefeld klären, steht im Ratgeber Ratgeber: Wintergarten Baugenehmigung NRW.

Auch bei der Wohnfläche zählt die Wärme: Unbeheizbare Wintergärten gehen nach der Wohnflächenverordnung zu 50 % in die Berechnung ein, beheizte Räume mit ausreichender Höhe zu 100 % (§ 4 WoFlV).

Woher der Begriff Wintergarten stammt

Der Name klingt paradox, erklärt sich aber aus der Geschichte: Ursprünglich ging es darum, empfindliche Pflanzen über den Winter zu retten. Die ausführliche Herleitung haben wir aufklappbar zusammengestellt.

Von der Orangerie zum bewohnten Glasraum

Adelige Schlossgärten besaßen Orangerien, in denen Zitrusbäumchen und andere Kübelpflanzen frostfrei überwinterten; im Sommer dienten die Säle oft für Feste. Mit industriell gefertigtem Glas und Eisen wurden später leichte, fast vollständig verglaste Bauten möglich, besonders in England, wo der Glasanbau bis heute „conservatory“ heißt. Daneben sind „winter garden“ und im amerikanischen Englisch „sunroom“ geläufig. Mit moderner Wärmeschutzverglasung wurde aus dem Pflanzenhaus schließlich ein Raum, in dem Menschen das ganze Jahr wohnen.

Häufige Fragen: Was ist ein Wintergarten?

Ist ein Wintergarten ein Wohnraum?

Nur der beheizte Wintergarten ist ein Wohnraum im eigentlichen Sinn. Er hat Wärmeschutzglas, gedämmte Profile und eine Heizung und wird das ganze Jahr bewohnt. Ein unbeheizter Glasanbau bleibt dagegen ein geschützter Außenraum für die milderen Monate. Die Wohnflächenverordnung spiegelt das wider: unbeheizbare Wintergärten zählen zur Hälfte, beheizte Räume voll.

Was unterscheidet einen Wintergarten von einem Glashaus?

Der Unterschied liegt in der Nutzung, nicht im Material. „Glashaus“ ist ein unscharfer Alltagsbegriff, mit dem mal ein Gewächshaus, mal ein schlichter Glasanbau gemeint ist. Ein Wintergarten ist dagegen für den Aufenthalt von Menschen gebaut, schließt meist ans Wohnhaus an und reicht vom unbeheizten Sommergarten bis zum gedämmten Wohnraum.

Braucht jeder Wintergarten ein Fundament?

Ja, ohne tragfähigen Untergrund steht kein Wintergarten dauerhaft gerade. Bei Anbauten ist ein Streifenfundament üblich, leichtere Konstruktionen kommen mit Punktfundamenten aus, und für beheizte Räume mit Fußbodenheizung empfiehlt sich eine Bodenplatte. Gegründet wird frostfrei, die Frostgrenze liegt regional bei etwa 80 bis 100 cm.

Was kostet ein Wintergarten ungefähr?

Das hängt vor allem vom Nutzungstyp ab. Ein unbeheizter Glasanbau in Basis-Ausführung liegt nach unseren Richtwerten bei etwa 890 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter. Für einen bewohnbaren Wintergarten rechnen wir mit etwa 2.500 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter; im Preis enthalten sind Heizung, Lüftung, Fundament, Beschattung sowie die Genehmigung. Konkrete Beispiele zeigt unser Kosten-Ratgeber.

Vom Begriff zum eigenen Glasraum

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