Redaktion Wintergarten Krefeld · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026
Sitzt der Sonnenschutz vor dem Glas, bleiben nach Angaben des Umweltbundesamts 80 bis 90 Prozent der Sonnenstrahlung draußen; hinter dem Glas schaffen Rollos und Co. nur 5 bis 45 Prozent. Für einen Wintergarten in Krefeld heißt das: Markise oder Rollladen außen übernehmen den Hitzeschutz, Plissee oder Jalousie innen regeln Blendung und Sichtschutz.
Sonnenschutz gleich mitplanen?
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Ein Glasdach sammelt Sonnenenergie wie ein Kollektor. Ohne Schutz wird aus dem Wohnwintergarten in Krefeld an Sommernachmittagen schnell ein Raum, den niemand betreten möchte – besonders bei Süd- und Westlage. Wir vergleichen hier die gängigen Systeme, nennen die belegten Wirkungswerte und zeigen, welche Kombination zu welcher Bauform passt.
Wintergarten Beschattung in Krefeld: warum das Klima sie verlangt
Krefeld gehört zum Niederrheinischen Tiefland. Diese Großlandschaft erreicht zusammen mit der Niederrheinischen Bucht laut Klimaatlas NRW mit 10,9 °C die höchste Jahresmitteltemperatur des Landes; der Landesschnitt liegt bei 10,0 °C (Klimanormalperiode 1991–2020).
- 42 Sommertage im Mittel pro Jahr
- 10 heiße Tage im Mittel pro Jahr
- nur 46 Frosttage – die Saison im Glasraum ist lang
Quelle: Klimaatlas NRW, Factsheet Niederrheinisches Tiefland. Die milden Winter verlängern die Nutzung, die warmen Sommer machen Beschattung und Lüftung zur Pflicht statt zur Kür.
Außen oder innen: was die Zahlen des Umweltbundesamts zeigen
Entscheidend ist, wo die Sonnenenergie abgefangen wird. Liegt der Schutz vor dem Glas, gelangt die Wärme gar nicht erst in den Raum. Liegt er dahinter, hat sie die Scheibe schon passiert und heizt die Luft auf, auch wenn es optisch schattig ist.
| Lage | Abminderungsfaktor FC | abgehaltene Einstrahlung |
|---|---|---|
| außenliegend (Jalousie, Rollladen, Screen) | 0,1 – 0,2 | 80 – 90 % |
| innenliegend (z. B. Rollo) | – | 5 – 45 % |
Quelle: Umweltbundesamt – Gegen die Hitze. Für innenliegende Systeme nennt das Amt keinen FC-Wert, sondern nur die Spanne der abgehaltenen Einstrahlung.
Unsere Faustregel: Außen gegen Wärme, innen gegen Blendung. Wer beides kombiniert, kann an trüben Tagen das Licht hereinlassen und an heißen Tagen trotzdem kühl sitzen.
Wintergartenmarkise: der Klassiker auf dem Glasdach
Die Markise läuft in seitlichen Führungsschienen über das geneigte Dach und hält das Tuch straff. Sie ist die häufigste Wahl, weil sie große Dachflächen abdeckt und sich auch an bestehenden Anbauten ergänzen lässt. Elektrische Antriebe mit Funk oder Taster sind heute üblich.
Bei der Tuchwahl geht es um Lichtdurchlass und Optik. Ein heller Stoff lässt mehr Tageslicht durch, ein dunkler wirkt von innen ruhiger. Das Tuch muss bei Wind eingefahren werden – mehr dazu unten.
Aufdach-Rollladen: Schatten, Dunkelheit und Wärmeschutz
Ein Rollladen auf dem Dach kann mehr als die Markise: Er dunkelt vollständig ab und bildet nachts eine zusätzliche Schicht vor dem Glas. Im Winter hält das einen Teil der Raumwärme zurück, im Sommer sperrt er die Sonne aus. Dafür ist er schwerer und sichtbarer als ein Tuch, was bei der Fassadengestaltung bedacht werden sollte.
Plissee: flexibel an schrägen Glasflächen
Plissees bestehen aus gefaltetem Stoff, der zwischen zwei Schienen gespannt wird. Dadurch passen sie auch in dreieckige oder schräge Felder, wie sie an Wintergärten häufig vorkommen. Ihre Stärke liegt beim Blend- und Sichtschutz; gegen Aufheizung tragen sie als innenliegendes System nur wenig bei.
Jalousien: Licht in Lamellen dosieren
Mit verstellbaren Lamellen lässt sich das Licht stufenlos lenken, etwa an die Decke statt auf den Bildschirm. Innen montiert gelten für Jalousien dieselben Grenzen wie für Plissees. Außen montierte Raffstoren an den senkrechten Flächen zählen dagegen zum wirksamen außenliegenden Schutz.
Sonnenschutzfolie: günstig, aber endgültig
Eine Folie direkt auf dem Glas mindert die durchgelassene Strahlung ohne bewegliche Teile. Sie verändert allerdings dauerhaft Farbe und Spiegelung der Scheiben und ist kaum rückstandsfrei abzulösen. Das Umweltbundesamt nennt für Folien keinen eigenen Wert – in unserer Tabelle steht deshalb keine Prozentzahl.
Welche Beschattung passt zu Ihrem Glasdach?
Wir schauen uns Ausrichtung und Dachform an und empfehlen eine Kombination.
Steuerung und Wind: warum Windzone 2 zählt
Für Krefeld gilt Windzone 2 mit einem Basiswert von 25,0 m/s, die Städte des Ruhrgebiets liegen dagegen in Zone 1 (Windzonenkarte NRW). Für außenliegende Tücher ist das ein Argument für Automatik:
- Windwächter: fährt das Tuch bei Böen selbstständig ein.
- Sonnensensor: fährt die Beschattung aus, wenn die Strahlung zunimmt – auch im Urlaub.
- Kopplung mit der Lüftung: Dachklappen öffnen, sobald die Raumtemperatur steigt.
Wintergarten Beschattung im Vergleich
| System | Lage | abgehaltene Einstrahlung | Stärke |
|---|---|---|---|
| Markise | außen | 80 – 90 % | große Dachflächen, nachrüstbar |
| Aufdach-Rollladen | außen | 80 – 90 % | verdunkelt, schützt nachts |
| Raffstore | außen | 80 – 90 % | Lichtlenkung an Seitenwänden |
| Plissee | innen | 5 – 45 % | passt in schräge Felder |
| Jalousie | innen | 5 – 45 % | feine Lichtdosierung |
| Folie | auf dem Glas | keine UBA-Angabe | ohne Mechanik, schwer entfernbar |
Prozentwerte nach Lage des Schutzes laut Umweltbundesamt, nicht je Produkt gemessen.
Beschattung im Bestand nachrüsten
Steht der Wintergarten schon, beginnen wir mit der Innenseite: Plissees und Jalousien lassen sich ohne Eingriff in die Dachhaut montieren. Für eine Markise prüfen wir zuerst die Sparren und Befestigungspunkte, denn das Tuch zieht bei Wind kräftig an der Konstruktion.
Wer neu baut, sollte die Beschattung von Anfang an einplanen. Dann liegen Leerrohre und Halterungen bereit, und die Kosten stehen gleich im Angebot – mehr dazu im Ratgeber zu den Kosten. Auch beim Kaltwintergarten in Krefeld lohnt zumindest ein Dachschutz.
Häufige Fragen zur Wintergarten Beschattung
Was hilft besser gegen Hitze im Wintergarten – außen oder innen?
Außen, und zwar mit großem Abstand. Das Umweltbundesamt nennt für außenliegenden Sonnenschutz einen Abminderungsfaktor von 0,1 bis 0,2, also 80 bis 90 Prozent abgehaltene Einstrahlung. Rollos und andere Systeme auf der Raumseite schaffen nur 5 bis 45 Prozent, weil die Wärme dann schon hinter dem Glas angekommen ist.
Welcher Sonnenschutz passt zum Wohnwintergarten?
Für einen ganzjährig bewohnten Glasraum empfehlen wir einen außenliegenden Hauptschutz, meist eine Wintergartenmarkise oder einen Aufdach-Rollladen. Innen ergänzen Plissees die Feinabstimmung von Blendung und Sichtschutz. So lassen sich Wärme und Licht getrennt steuern, was gerade an heißen Tagen am Niederrhein den Unterschied macht.
Reicht beim Kaltwintergarten eine Innenbeschattung?
Für Blendschutz ja, gegen Überhitzung meist nicht. Auch ein unbeheizter Glasanbau heizt sich an Sommertagen stark auf, wenn die Sonne ungehindert durch das Dach fällt. Wer den Raum im Juli nutzen möchte, sollte deshalb zumindest das Dach von außen verschatten und für gute Querlüftung sorgen.
Lässt sich eine Beschattung später einbauen?
In den meisten Fällen ja. Plissees und Jalousien auf der Innenseite sind schnell montiert. Für eine außenliegende Markise braucht es tragfähige Befestigungspunkte an der Dachkonstruktion, die wir vorab prüfen. Günstiger und sauberer ist es trotzdem, die Beschattung von Beginn an einzuplanen, weil dann Kabelwege und Halterungen gleich vorbereitet werden.
Braucht eine Markise in Krefeld einen Windwächter?
Wir empfehlen ihn dringend. Krefeld liegt in Windzone 2 mit einem Basiswert der Windgeschwindigkeit von 25,0 m/s, während die Ruhrgebietsstädte in Zone 1 eingestuft sind. Ein Sensor fährt das Tuch bei Böen selbstständig ein, auch wenn niemand zu Hause ist. So bleibt die Markise auch bei plötzlichen Wetterwechseln geschützt.
Mein Glasdach ist morgens nass – liegt das an der Beschattung?
Kaum. Tauwasser bildet sich, sobald feuchte Raumluft eine kalte Scheibe berührt – das regelt vor allem die Lüftung. Regelmäßiges Stoßlüften hilft sofort, dauerhaft wirken Lüftungsklappen im Dach oder eine automatische Steuerung. Beschattung trägt indirekt bei, weil ein tagsüber weniger aufgeheizter Raum abends weniger Temperaturgefälle erzeugt.
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